Friedens- und Konfliktforschung in Marburg

Seminar: Naturwissenschaft und Frieden

Posted in Veranstaltungen by Amy on Dienstag, 20. März 2007

Es folgt ein kurzer Erfahrungsbericht für Interessierte, da das Seminar öfter angeboten wird.

Das Seminar Naturwissenschaft und Frieden fand am Wochenende vom 9. März bis zum 11. März von Freitag 18 Uhr bis Sonntag 13 Uhr in der Evangelischen Akademie Iserlohn statt. Ausgerichtet wird das Seminar von der FernUni Hagen, die in ihrem Masterstudiengang Friedensforschung ein obgligatorisches Modul „Naturwissenschaft und Frieden“ anbietet. Thematisch ist dies unter deutschsprachigen FuK-Masterstudiengängen einmalig – das Modul beschäftigt sich auf sehr praktische Weise mit der Verantwortung und dem Beitrag der Naturwissenschaften und -wissenschaftlerinnen zum Frieden.

Grundlage des Seminars ist ein Studienbrief (er wird stetig erweitert, umfasst aber momentan 400 Seiten), der den Bezug der vier großen naturwissenschaftlichen Felder Physik, Chemie, Biologie und Informatik von den fachlichen Grundlagen bis hin zu den jeweiligen Einsatzfeldern der Wissenschaften in Krieg und Frieden darlegt. Das Studienmaterial enthält viele Grundlageninfos, die sich insbesondere an die Fernstudierenden richten, die u.U. schon seit mehreren Jahrzehnten das Abitur hinter sich gelassen haben. Diese Aufgaben und Abschnitte kann man gut auslassen und direkt zu den Anwendungsgebieten kommen, wenn man die Basics noch aus der Schule drauf hat.

Es empfiehlt sich den Studienbrief einige Zeit im Voraus zu ordern – man sollte ihn schon einmal durchgeblättert haben, bevor man in das Seminar geht, um auch zielgerichtet Fragen stellen zu können. Es wird nicht erwartet, dass man alle Aufgaben im Material bereits gelöst hat, wenn das Seminar beginnt!

Das Seminar an sich war rund um sehr gut organisiert. Die Unterbringung in der Evangelischen Akademie war angenehm, die Verpflegung hatte Bio-Qualität und war super lecker. 😉 Das Seminar begann Freitag Abend nach der Anreise mit einer Vorstellungsrunde und einem Überblick über das Thema. Am Samstag ging es gegen 9 Uhr morgens mit einer Aufteilung in Arbeitsgruppen los. Es wurden zwei Gruppen gebildet (Physik und Chemie), die durch die Dozenten betreut wurden. Die Chemiegruppe hat sich mit verschiedenen chemischen Kampf- und Giftstoffen, deren Eigenschaften, Ausbringungsmöglichkeiten und Wirkungen sowie mit der Chemiewaffenkonvention, deren Vorteilen und Kritikpunkten beschäftigt. Nach der Mittagspause wurden die Gruppen getauscht. Die Physikgruppe befasste sich mit dem geplanten Raketenabwehrsystem, welches die USA in Polen und Tschechien installieren wollen, um u.a. mögliche iranische Langstreckenraketen abzufangen. Hier wurde die technische Machbarkeit bzw. Wirksamkeit des Unternehmens diskutiert, sowie politische Konsequenzen und Motivationen abgewogen. Nach dem Abendessen wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zusammengetragen.

Sonntags wurde neben einer Feedbackrunde noch auf das Thema Kernphysik (Kernspaltung, -fusion) eingegangen. Außerdem gab es einen guten Überblick zum Thema Auf- und Abrüstung sowie die historische Entwicklung von Abrüstungsvorhaben und -verträgen im 20. Jahrhundert.

Neben der Organisatorin Frau Lammers, waren die Dozenten Dr. Jürgen Altmann (Physik) und Prof. Dr. Dieter Wöhrle (Chemie) – welche auch Autoren des jeweiligen Studienmaterials sind – für die insgesamt acht teilnehmenden Studierenden da. Die Seminaratmosphäre war freundlich und sehr motiviert, da die Gruppe sehr klein und die Dozenten engagiert waren. Die Fernstudierenden waren allesamt seit mind. 10 Jahren berufstätig und konnten aus ihren Berufsfeldern (u.a. Bundeswehr) hilfreiche Kenntnisse in die Diskussion einbringen.

Die Veranstaltung ist für naturwissenschaftlich Interessierte auf jeden Fall empfehlenswert, allerdings sollte man wie schon beschrieben das Studienmaterial rechtzeitig ordern, um sich vorbereiten zu können und auch schlaue Fragen zum rechten Zeitpunkt parat zu haben. An sich waren die Rechnungen o.ä. nicht sehr schwierig, da wie gesagt mit Rücksicht auf die Studierenden sowohl im Studienmaterial als auch im Seminar die vorausgesetzten Grundkenntnisse die vier Grundrechenarten nicht überschritten. Die Dozenten gingen auf jede Art von Fragen und auf Themenwünsche der Studierenden sehr flexibel ein und waren zu jeder Zeit für Nachfragen offen.

Da das Studienmaterial in dieser Form und Zusammenstellung einmalig ist, soll es in den nächsten Wochen beim VS Verlag unter dem Titel „Naturwissenschaft, Rüstung, Frieden. Basiswissen“ mit einigen Änderungen und Erweiterungen herausgegeben werden.

U.a. genannte Titel zum Thema:

Die Kosten des Seminars inkl. Seminarmaterial, Unterbringung und Verpflegung (exkl. Reisekosten) beliefen sich auf 110 €.

Seminarmaterialien oder die Mitschriften kann ich gerne mal zur Ansicht zur Verfügung stellen!

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Eine Antwort

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  1. Amys Welt » Blog Archive » Es ist viel passiert … said, on Dienstag, 20. März 2007 at 16:16

    […] in letzter Zeit kaum was geschrieben wurde: Ich war/bin voll im Hausarbeitenstress, war auf einem Wochenendseminar in Iserlohn, anschließend vier wundervolle Tage Freunde besuchen im Pott und bin direkt pünktlich zur […]


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